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Till und die Mannschaft

Vom Tiermedizinstudium über Kunst und Sterneküche bis zum eigenen Restaurant – ein ganz gerader Weg war es nicht. Aber vermutlich genau der richtige.

​Vom Tiermedizinstudium an den Herd

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Schon früh entdeckte Till Eickmann seine Faszination für das Kochen. An seinem eigenen Kinderherd experimentierte er bereits als Junge mit den Schätzen aus Wald und heimischem Garten – ein spielerischer Forschergeist, den er heute bei seinen eigenen Kindern wiedererkennt.
Sein Weg führte ihn zunächst in die akademische Welt nach Antwerpen und Gent, wo er Tiermedizin studierte. Die naturwissenschaftliche Präzision, das Verstehen von komplexen Gefügen und die Neugier auf die Materie sind Elemente, die seinen heutigen Küchenstil maßgeblich beeinflussen. Parallel zur Wissenschaft widmete er sich der Kunst, bis die Erkenntnis reifte, dass seine wahre Berufung nicht im Labor, sondern am Feuer liegt.
Mit 26 Jahren folgte der radikale Schnitt: Die Haare fielen, und die Leidenschaft wurde zur Profession. Seine Ausbildung absolvierte Till bei Wolfgang Eickes im Palace St. George in Mönchengladbach. In dieser Zeit eignete er sich nicht nur das fundierte Handwerk der High-End-Gastronomie an, sondern begegnete auch seiner späteren Ehefrau Laura. Es folgten prägende Stationen und lehrreiche Hospitanzen in renommierten Häusern wie dem Kölner La Poêle d’Or.
Aufgrund seines späteren Einstiegs in die Gourmet-Szene trieb ihn ein besonderer Ehrgeiz an: Er wollte in kürzester Zeit ein Maximum an Wissen und Technik aufsaugen, um seine ganz eigene kulinarische Sprache zu finden.

Ein kulinarisches Studium in Salzburg

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Dafür hätte es kaum einen besseren Ort geben können als den Hangar-7 in Salzburg. Das damalige Konzept war einzigartig: Monat für Monat kam mit dem „Ikarus“-Konzept ein anderer Spitzenkoch aus der ganzen Welt – mit seiner eigenen Handschrift, seinen Produkten, Techniken und Ideen.

Unter Patron Eckart Witzigmann und mit Küchenchefs wie Roland Trettl und später Martin Klein wurde diese Zeit für Till zu einer Art zweitem Studium. Er erlebte die Arbeit von Harald Wohlfahrt ebenso wie die von internationalen Größen wie Richard Ekkebus, Eneko Atxa oder Bo Songvisava – und vielen weiteren Köchinnen und Köchen, die völlig unterschiedlich dachten und kochten. Er entwickelte auch eigene Gerichte für das Ikarusmenü.

Vielleicht war genau das die wichtigste Lektion: Es gibt nicht die eine richtige Art zu kochen. Man muss seine eigene finden.

Nach mehr als drei Jahren in Salzburg zog es Till zurück nach Mönchengladbach – vor allem zu Laura. Wolfgang Eickes holte ihn zurück ins Palace St. George, diesmal als Küchenchef des Gourmetrestaurants.

Im Mittelpunkt der offenen Küche stand das Feuer. Auf dem Green Egg wurde gekocht, geräuchert und experimentiert. Hier entwickelte Till zunehmend seine eigene Handschrift. Und zwischen aller Ernsthaftigkeit der gehobenen Küche durfte auch damals schon sehr gerne ein Augenzwinkern auf dem Teller landen.

In dieser Zeit gab er außerdem Kochkurse und Seminare, unter anderem für die DEHOGA, und lernte bei einem Küchenpraktikum eine Frau kennen, die mit ungewöhnlich vielen Fragen auffiel: Iris Frenzen.

Sie hinterfragte Dinge, die in der Gastronomie gerne mit „Das macht man eben so“ beantwortet werden. Diese Eigenwilligkeit gefiel Till.

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Wie daraus FRENZEN wurde

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Als sich das Konzept im Palace St. George veränderte und das Gourmetrestaurant geschlossen wurde, hatte Iris Frenzen gerade ihr eigenes Restaurant eröffnet. In der Küche lief zu diesem Zeitpunkt noch nicht alles so, wie sie es sich vorgestellt hatte.

Till wollte helfen.

Aus der Hilfe wurden schließlich fast neun gemeinsame Jahre.

Und seine Arbeit endete dabei nie an der Küchentür. Auch viele der Weine, Kombinationen und Ideen, die das FRENZEN über die Jahre geprägt haben, tragen seine Handschrift.

Eine ganz besondere Inspiration kam dabei nicht aus einer Sterneküche, sondern aus der eigenen Familie.

Tills Großmutter in Düsseldorf näherte sich dem hundertsten Geburtstag und konnte die Gerichte, mit denen er aufgewachsen war, irgendwann nicht mehr selbst kochen. Auf der Suche nach diesen rheinischen und deutschen Klassikern stellte er fest, dass er sie in vielen Wirtshäusern zwar noch fand – aber selten in der Qualität und mit der Sorgfalt, mit der er sie aus seiner Familie kannte.

Daraus entstand eine Idee, die bis heute das kulinarische Herz des Hauses bildet:

Die Küche unserer Mütter und Großmütter bewahren – aber nicht konservieren.

Sauerbraten, Reibekuchen und andere vertraute Gerichte dürfen sich verändern, feiner werden, neue Techniken und Einflüsse aufnehmen und trotzdem ihre Seele behalten. Nicht zurück in die Vergangenheit, sondern mit diesen Erinnerungen im Gepäck nach vorne.

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– ein neues Kapitel

Zum 1. Oktober 2026 eröffnet TILL als neuer, eigenständiger Gastronomiebetrieb in den vertrauten Räumen.

Das Restaurant FRENZEN von Iris Frenzen beendet seinen Betrieb zum 30. September 2026. Till durfte dort viele Jahre als Küchenchef arbeiten und den kulinarischen Weg des Hauses mitprägen.

Mit TILL beginnt ein neues Kapitel – mit einem neuen Betrieb, einem eigenen Konzept und Tills persönlicher Handschrift.

Dabei geht es nicht darum, alles Vorherige hinter sich zu lassen. Erfahrungen, Ideen und Menschen aus vielen Jahren dürfen mitkommen. Gleichzeitig entsteht Raum, Dinge neu zu denken, Gewohntes auf den Kopf zu stellen und dem Restaurant Schritt für Schritt eine eigene Identität zu geben.

TILL soll vertraut sein und trotzdem überraschen. Persönlich, kreativ und manchmal ein bisschen eigenwillig. Mit guten Produkten, ehrlichem Handwerk, guten Weinen und vor allem mit Freude an echter Gastfreundschaft.

Und vor allem: eine Mannschaft

Denn ein Restaurant ist niemals die Geschichte eines Einzelnen.

Christina Winkler steht im Service für eine beeindruckende Mischung aus Präzision, Verlässlichkeit und Konstanz. Sie kennt das Haus, all seine Gäste und den Anspruch, mit dem hier gearbeitet wird.

Iris Frenzen bleibt TILL erhalten. Nicht mehr als Inhaberin, dafür als das, was sie immer besonders gut konnte: eine gesellige Gastgeberin, die Menschen zusammenbringt und diesem Ort über neun Jahre einen großen Teil seiner Persönlichkeit gegeben hat.

Mit Nils Kersgens kommt eine neue Generation dazu. Frisch ausgebildet, voller Begeisterung für Gastlichkeit und mit einer besonderen Leidenschaft für Cocktails. Er soll bei TILL den Raum bekommen, dieses Talent weiterzuentwickeln und eigene Ideen einzubringen.

In der Küche steht mit Christian Faßbender ein alter Weggefährte an Tills Seite. Beide absolvierten zeitgleich ihre Ausbildung bei Wolfgang Eickes im Palace St. George. Später kreuzten sich ihre Wege dort erneut, als Christian als Sous-Chef im Bistro arbeitete. Dazwischen kochte er mehrere Jahre unter anderem für die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach. Heute ist er Tills rechte Hand in der Küche.

Und dann ist da Bohdan Kulikov. Jung, aus der Ukraine nach Deutschland gekommen und seit rund einem Jahr Teil des Teams. Mit Energie, Kreativität, Leistungsbereitschaft und einer bemerkenswerten Sensibilität für Lebensmittel zeigt er jeden Tag, wie viel Potenzial in der nächsten Generation steckt.

Und natürlich wäre keine Bühne komplett ohne diejenigen, die nicht jeden Abend im Scheinwerferlicht stehen. Mit Andrea, Claudia und weiteren großartigen „Stage- und Backstage-Tänzern“ gibt es Menschen im Team, die genau dann da sind, wenn man sie braucht – zuverlässig, selbstverständlich und oft schon seit vielen Jahren.

Und dann wäre da noch unsere weiße Brigade: die Mannschaft an der Spüle. Vielleicht nicht immer im Blickfeld unserer Gäste, aber ohne sie gäbe es keine Vorstellung. Sie sorgt Abend für Abend dafür, dass Küche und Service überhaupt funktionieren – und liefert uns gewissermaßen immer wieder die weiße Leinwand, auf der wir uns austoben dürfen.

Denn am Ende entsteht ein guter Abend eben nicht durch die Menschen im Rampenlicht allein.

Unterschiedliche Lebensläufe, unterschiedliche Charaktere und unterschiedliche Stärken.

Aber eine gemeinsame Idee davon, was ein Restaurant sein sollte: ein Ort, an dem Menschen gerne arbeiten – damit andere Menschen unglaublich gerne zu Gast sind.

Und genau diese Mannschaft freut sich darauf, Sie bei TILL willkommen zu heißen.

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Zum 1. Oktober 2026 eröffnet TILL als neuer, eigenständiger Gastronomiebetrieb in den vertrauten Räumen.

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